Was ist ein Werkstudent? Vorteile, Nachteile und typische Aufgaben von Werkstudenten

Denkst du darüber nach, eine Werkstudentenstelle anzunehmen? Für deine Karriere bringt dir das jedenfalls sehr viel! Alle Vor- und Nachteile sowie die Rahmenbedingungen für einen Werkstudentenvertrag findest du hier.

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Was ist ein Werkstudent?
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 17.07.2017 | Aktualisiert am: 26.07.2019

Alle Informationen rund um den Werkstudenten

Bist du Student und möchtest neben deinem Studium nicht nur Geld, sondern auch Berufserfahrung für dein Studium sammeln? Mit einer Werkstudentenstelle kannst du beides vereinen und genießt noch dazu ein ordentliches Arbeitsverhältnis. Alle wichtigen Informationen rund um die Anstellung als Werkstudent findest du jetzt hier.

1. Was ist ein Werkstudent?

Bei einer Werkstudentenstelle handelt es sich um eine regelmäßige Tätigkeit von bis zu 20 Stunden pro Woche. Voraussetzung ist eine gültige Immatrikulation an einer Hochschule, das heißt du musst ein eingeschriebener Student sein, um als Werkstudent arbeiten zu können. Ein Werkstudentenjob ist definitiv eine gute Alternative zum normalen Aushilfs- oder Nebenjob. Er ist nicht nur in Bezug auf das Gehalt lukrativ, sondern verschafft dir auch die Möglichkeit hilfreiche Berufserfahrung zu sammeln. Du kannst hier dein theoretisch erlerntes Wissen direkt in die Praxis umsetzen.

Wichtig ist, dass in jedem Fall das Studium im Vordergrund steht. Deshalb darf die Beschäftigung, zumindest während der Vorlesungszeit 20 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Wenn ein Bezug zum Studium besteht ist das natürlich für beide Seiten hilfreich, allerdings nicht zwingend notwendig.

Eine tolle Möglichkeit für beide Parteien. Win-Win- Situation für Arbeitgeber, als auch Werkstudent.

Für viele Arbeitgeber bietet die Einstellung von Werkstudenten eine gute Möglichkeit, qualifizierte Nachwuchskräfte zu identifizieren. Diese Art der Beschäftigung kann beiden Seiten dabei helfen sich kennenzulernen und zu schauen, ob sich vielleicht sogar eine Festanstellung daraus ergeben kann.

Nicht zu verwechseln ist der Werkstudent mit einer studentischen Hilfskraft. Diese unterstützt im universitären Lehrbetrieb eher Dozenten bei deren Arbeit. Während die studentischen Aushilfen also eher universitätsinterne Einblicke bekommen, was für die Zukunft natürlich auch hilfreich ist, haben Werkstudenten oftmals eine größere Bandbreite an Aufgabenbereichen.

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2. Vor- und Nachteile von Werkstudentenjobs

Mit einem Werkstudentenjob verdienst du gutes Geld und sammelst außerdem hilfreiche Berufserfahrung. Neben der Übernahme von Verantwortung hat diese Art der Anstellung zudem noch andere Vorteile, die sie für dich attraktiv macht. Natürlich gibt es auch hier einige Nachteile, die du beachten solltest. Damit du über die positiven als auch negativen Aspekte rund um deinen Werkstudentenjob gut informiert bist, haben wir sie dir zusammengefasst. Los geht’s mit den Vorteilen!

Deine Vorteile eines Werkstudentenjobs

Seit dem Jahr 1996 sind Werkstudenten gesetzlich Rentenversicherungspflichtig, im Bereich der gesetzlichen Kranken- und Arbeitslosenversicherung aber versicherungsfrei. Aus diesem Grund weicht das Nettogehalt nicht wesentlich vom Bruttogehalt ab. Die rechtlichen Grundlagen hierzu findest du im SGB V und im SGB III (§ 6 I Nr. 3 SGB V, § 27 IV SGB III, Stand Nov. 2013)


Deine Arbeitszeiten vereinbarst du in der Regel mit deinem Vorgesetzten. Ihr könnt sie so anpassen, dass sie zu deinem Stundenplan passen. Da dein Chef weiß, worauf er sich eingelassen hat, sollte er hier auch relativ flexibel sein. Das Gute an deinen regelmäßigen Arbeitszeiten ist, dass du dich dadurch gut organisieren kannst.


Warum du „nur“ 20 Stunden pro Woche arbeiten darfst? Ganz einfach: Dein Studium sollte immer oberste Priorität haben. Arbeitest du mehr als 20 Stunden, wenn man von einer 40- Stunden- Woche ausgeht, würde mehr als 50% deiner wöchentlichen Arbeitszeit für den Job draufgehen.

Anders ist das in den Semesterferien und der Vorlesungsfreien Zeit. Da du dich in diesem Zeitraum nicht so intensiv mit deinem Studium beschäftigen musst wie im Semester, kannst du auch durchaus mehr arbeiten. Wie oft und wie viel du arbeiten gehen darfst, kannst du individuell mit deinem Chef vereinbaren.


Genauso wie geregelte Arbeitszeiten hast du mit deiner Tätigkeit als Werkstudent auch ein regelmäßiges Einkommen. Besonders wenn du allein wohnst und deinen Lebensunterhalt zahlen musst, ist es gut zu wissen, mit wie viel Geld du rechnen kannst und wie du dementsprechend haushalten musst.


Als Werkstudent verdienst du ein solides Gehalt. In der Regel bewegt sich die Gehaltsspanne pro Stunde zwischen 10 und 20 Euro. Mehr zum Gehalt gibt’s aber weiter unten.


Viel Theorie, wenig Praxis. Die praktische Erfahrung kommt an sehr vielen Universitäten und in vielen Studiengängen schlichtweg zu kurz. Deshalb ist es umso cooler, dass du dein theoretisches Wissen im Rahmen deines Jobs in die Praxis umsetzen kannst. So sammelst du Erfahrung und kannst dir ein Bild von potenziellen, zukünftigen Arbeitsfeldern machen.

Außerdem lernst du den Berufsalltag kennen und kannst den Ablauf eines Vollzeitjobs erahnen. So wirst du nach deinem Studium nicht direkt ins kalte Wasser eines 40-Stunden-Jobs geworfen und kannst dich schon einmal herantasten.


Neben ersten praktischen Erfahrungen erhältst du in der Regel schon relativ früh einen eigenen Aufgabenbereich. Hier kannst du dich einarbeiten, und sehr schnell auch Verantwortung übernehmen. Als vollwertiges Teil des Teams kannst du so deine eigenen Ideen einbringen und hast oftmals auch ein gewisses Mitspracherecht.


Zukunftsängste adé! Nicht selten bekommen Werkstudenten ein Übernahmeangebot von ihrem Vorgesetzten. Stellst du dich also gut an kann es durchaus sein, dass dein Chef dich nach deinem Studium als einen Vollzeit- Festangestellten übernehmen möchte. Da viele Studenten die Angst plagt, nach dem Studium keinen Job zu finden, ist ein solches Angebot ein Traum, der nicht selten in Erfüllung geht.


Die Nachteile eines Werkstudentenjobs

Natürlich hat auch ein Werkstudentenjob seine Kehrseiten. Welche negativen Aspekte in Bezug auf diese Art von Arbeitsverhältnis aufkommen können, erfährst du jetzt.

Verlierst du aus irgendeinem Grund deinen Job als Werkstudent, hast du keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Der Vorteil, dass du keine Beiträge für die Arbeitslosenversicherungen einzahlen musst, kann sich hier also in einen Nachteil entwickeln.


Beziehst du BAföG, oder hast du einen Antrag gestellt, wird dein Werkstudentengehalt angerechnet. Du bekommst also deutlich weniger, oder wenn es schlecht läuft, weil du monatlich zu viel verdienst, gar kein BAföG.


Übersteigt dein Werkstudentengehalt ein Einkommen von 450 EUR monatlich, fällt die Familienversicherung weg, insofern du noch eine hast. Pflege- und krankenversichern musst du dich selbst, wofür du in der Regel zwischen 70 und 120 EUR zahlen musst.


3. Arbeitszeitenmodelle für Studenten im Vergleich

Die Werkstudententätigkeit ist nicht die einzige Art, mit der du als Student Geld verdienen kannst. Damit du siehst welche Möglichkeiten du noch hast, haben wir sie in einer Tabelle aufgeführt. Hier kannst du die verschiedenen Varianten miteinander vergleichen und herausfinden, welche am besten zu dir passt.

Arbeitsmodelle für Studenten

geringfügige Beschäftigung Teilzeit-Beschäftigung Werkstudentenjob
Arbeitszeit nicht festgelegt ca. 10 bis 30 Stunden pro Woche Bis zu 20 Stunden pro Woche (in den Semesterferien / vorlesungsfreien Zeiten ist mehr möglich)
Gehalt Maximal 450,- EUR pro Monat Mindestlohn-Regelung Mindestlohn – 20 EUR pro Stunde
Rentenversicherung nicht versichert 9,35% vom Bruttogehalt 9,35% vom Bruttogehalt
Gesetzliche Kranken- / Pflegeversicherung Gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung im Rahmen der Familienversicherung möglich Gesetzliche Krankenversicherung (7,3% v. Bruttogehalt); Pflegeversicherung (1,275% v. Bruttogehalt)
Arbeitslosenversicherung nicht versichert 1,35% vom Bruttogehalt nicht versichert

4. Die Aufgaben eines Werkstudenten

Welche Aufgaben du genau übernimmst, kommt natürlich ganz individuell auf das Unternehmen und auch auf deine Erfahrung in den verschiedensten Bereichen an. In der Regel knüpfen die Aufgaben aber an die Schwerpunkte deines Studiums an. Hierdurch hast nämlich nicht nur du einen Vorteil. Auch das Unternehmen kann durch die Unterstützung eines Studenten, der sich auskennt, eine Menge gewinnen.

Als Werkstudent befindest du dich aktiv im Geschehen, bist an Projekten beteiligt und arbeitest am Projektplan. Vielleicht unterstützt du das Projektmanagement, der Relaunch einer Webseite oder die Umsetzung einer neuen Marketingkampagne stehen an. Neben der klassischen Projektarbeit und der Unterstützung des Projektteams sind außerdem Aufgaben aus dem Bereich Business Development typisch. Marktanalysen, Research, SWOT-Analysen, Facility Management, Kundenservice und Management-Tätigkeiten können das Aufgabenfeld erweitern.

Viele Arbeitgeber übertragen ihren Werkstudenten Verantwortung. So werden ihnen zum Beispiel die Übernahme des firmeneigenen Social-Media-Kanals oder die Betreuung von Facebook- oder Instagram-Kampagnen zugetraut. Die Gestaltung von Flyern, die Bearbeitung von Personalthemen oder Bewerbungseingängen oder die Gestaltung der Personalarbeit nach innen, auch Aufgaben die sie übernehmen können. In der Development- Abteilung bieten das Programmieren oder Aktualisieren und warten von Systemen und Software ein spannendes Tätigkeitsfeld.

Da du das Unternehmen für mehrere Stunden pro Woche unterstützt, lässt sich die Arbeit gut planen. Durch die längerfristig orientierte Anstellung kann sich dein Aufgabenbereich jedenfalls immer erweitern oder auch mal verschieben. Vielseitig ist ein Werkstudentenjob allemal.

Damit du einen schnellen Überblick über die Aufgaben eines Werkstudenten bekommst, haben wir dir die Aufgaben noch einmal kompakt zusammengefasst. Zu den Tätigkeiten eines Werkstudenten gehören:

Mögliche Aufgabenbereiche von Werkstudenten können sein:

  • Mitdenken und Mitgestalten

  • Aufgaben im Bereich Business- Development

  • Relaunch von Webseiten

  • Umfassende Betreuung der Marketingabteilung sowie PR

  • Bearbeitung von Bewerbungseingängen, oder Gestaltung der inneren Personalarbeit

  • Weiterentwicklung und Wartung von Technik, Systemen und Software

  • Messebetreuung, Veranstaltungsmanagement

  • .. und vieles mehr!

Interessant zu wissen ist, dass du nicht studienspezifisch eingesetzt werden musst. Es kann auch spannend sein, in einem Bereich zu arbeiten, der eigentlich nichts mit deinem Studium zu tun hat. So kannst du zum Beispiel als angehender Wirtschaftsinformatiker schauen wie es im Marketing läuft. Als studierter Maschinenbauer, der bereits Erfahrung im Vertrieb gesammelt hat, kannst du bestimmte Sachverhalte anders beurteilen und bist vielleicht gerade deshalb interessant für spätere Arbeitgeber.

Studierst du im jeweiligen Bereich, findest du in der Regel schneller eine Anstellung und benötigst weniger Überzeugungskraft. Daran hindern etwas Neues zu wagen sollte dich das aber nicht. Hast du also Lust auf eine neue Richtung, solltest du einfach die passende Motivation und das Können für einen gewissen Aufgabenbereich mitbringen. Ob du dieses in einem Studium erlernt hast oder nicht, ist erst einmal zweitrangig.

5. Gehalt eines Werkstudenten

Als Werkstudent verdienst du in der Regel gutes Geld. In jedem Fall bekommst du mehr als die geringfügig Beschäftigten oder die Praktikanten. Je nach Arbeitgeber, Stundenanzahl und Aufgabenbereich verdienen Werkstudenten zwischen 650 EUR und 2.500 EUR Brutto.

Mit einem Stundenlohn lässt sich das Ganze einfacher beschreiben. Die Gehaltsspanne einer studentischen Hilfskraft erstreckt sich vom Mindestlohn, also 9,19 EUR bis zu 20 EUR pro Stunde. Da man zum Beispiel in der vorlesungsfreien Zeit deutlich mehr arbeiten gehen kann, macht sich das auch beim Gehalt bemerkbar.

Wenn man das Gehalt betrachtet, spielen natürlich auch die Sozialabgaben immer eine Rolle. Bei den Nachteilen wurde bereits angeführt, dass du dich ab einem Einkommen von 450 EUR selbst krankenversichern musst. Außerdem muss ab diesem Betrag auch eine Rentenversicherung gezahlt werden. Verdienst du weniger als 850 EUR im Monat musst du aber weder in die Kranken,- Pflege oder Arbeitslosenversicherung einzahlen.

Damit du in Bezug auf das Werkstudentengehalt, die Sozialabgaben und co. optimal informiert bist, haben wir dir in unserem Artikel über das Gehalt als Werkstudent alle wichtigen Details und Informationen zusammengefasst.

6. Bewerbung als Werkstudent

Wie für jeden anderen Job auch musst du dich natürlich für deinen Werkstudentenjob bewerben. Ob du hierfür eine klassische Bewerbung, eine Online-Bewerbung oder vielleicht eine kreative Bewerbung in Form von einem Video oder einer Webseite wählst, ist dir überlassen. Bewirbst du dich in einer kreativen Branche, wirst du mit einer klassischen, konservativen Bewerbung wahrscheinlich eher weniger Erfolg haben. Richte dich deshalb immer individuell nach dem Unternehmen.

Du benötigst deinen Lebenslauf und ein Anschreiben. Wie du diese aufbaust und was du rund um deine Bewerbung als Werkstudent beachten solltest, haben wir in unserem Karriereguide Artikel Bewerbung als Werkstudent für dich zusammengefasst. Weitere Informationen zu Bewerbung und Co. gibts außerdem in unserem ALPHAJUMP Karriereguide.

Bist du aktuell auf der Suche? Dann erstell dir doch ein kostenfreies Profil auf ALPHAJUMP, lege deinen Lebenslauf an und erhalte Anfragen für viele tolle Werkstudentenjobs. Auf ALPHAJUMP inserieren viele interessante Arbeitgeber aus dem Mittelstand Stellenanzeigen, die du bei uns ganz einfach finden kannst. Du suchst zum Beispiel Werkstudent Jobs in Berlin? Bei uns wirst du sicher fündig!


7. Fazit

Nach diesem Artikel kannst du dir sicher ein Bild davon machen, was das Arbeiten als Werkstudent ausmacht. Ob diese Art von Beschäftigung das Richtige für dich ist, kannst nur du entscheiden. Von uns bekommt der Werkstudentenjob aber eine klare Empfehlung! Er garantiert dir ein gutes Gehalt und gewinnbringende Berufserfahrung. Stellst du dich gut an, hast du hohe Chancen nach deinem Studium als Vollzeitkraft übernommen zu werden. Die wenigen Nachteile, die ein Werkstudentenjob mit sich bringt, fallen im Vergleich zu all den Vorteilen weniger ins Gewicht.

Quellen:

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