Kritikfähigkeit – einfach erklärt So verbesserst Du deine Kritikfähigkeit

Mit Kritik wirst du im Berufsleben immer wieder konfrontiert werden, sei es, dass du kritisiert wirst, aber auch, dass du andere kritisieren musst. Kritik annehmen zu können, wird am Anfang deiner Karriere sicherlich wichtiger und gefragter sein, als selbst zu kritisieren. Umso weiter du jedoch aufsteigst, desto wahrscheinlicher wird es, dass du auch mal jemanden kritisieren musst.

Kritikfähigkeit erklärt
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 28.05.2018 | Aktualisiert am: 22.10.2018

Kritikfähigkeit – einfach erklärt

Ob Kritikfähigkeit oder konstruktive Kritikfähigkeit. Wir erklären dir mit diesem Artikel die Definitionen, wie du Kritik richtig annimmst und wie du Kritikfähigkeit trainieren kannst. Es gibt zusätzlich einige Tipps und Tricks im Umgang mit Kritik.

1. Was ist Kritikfähigkeit?

Kritik ist eine Rückmeldung unserer Umwelt auf unser Verhalten. Sie kann uns helfen, aus unseren Fehlern zu lernen und daran zu wachsen. Kritik kann uns anspornen, aber auch Frust auslösen.

Kompetenzen Kritikfähigkeit - Beispiel
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Kritikfähigkeit - Beispiel

Als Kritikfähigkeit wird die persönliche Fähigkeit bezeichnet, Kritik anzunehmen und damit umzugehen, aber ebenso auch, in wie gut bzw. angemessen man Kritik gegenüber jemand anderem formulieren kann. Kritik wird leider oft negativ wahrgenommen, hat aber immer das Ziel, eine Verbesserung herbeizuführen. Es kann schnell zu Konflikten kommen, wenn jemand nicht mit Kritik umgehen kann, oder auch gerne Kritik austeilt.

Vielen Menschen fällt es schwer, Kritik anzunehmen oder mit Kritik umzugehen, vollkommen unerheblich, ob im privaten oder im beruflichen Umfeld. Das Geheimnis ist, Kritik als etwas Positives anzusehen, denn durch Kritik lernt man häufig mehr als durch ein Lob.

2. Was ist Konstruktive Kritik?

Konstruktive Kritik zu äußern, bedeutet, das Problem darzustellen und außerdem einen Vorschlag zur Verbesserung zu machen. Der Kritiker bietet im besten Fall gleich einen Lösungsweg. Konstruktive Kritik einer Leistung trägt produktiv zur Problemlösung bei. Der Kritisierte muss nämlich die vorgeschlagene Lösung nicht blind umsetzen, sondern kann aktiv mir an der Verbesserung arbeiten. Leider kann auch konstruktive Kritik negativ ankommen, wenn der Kritisierte wenig kritikfähig ist.

3. Kritik richtig annehmen

Es ist nie besonders schön kritisiert zu werden. Für viele Menschen ist es purer Stress, mit Kritik konfrontiert zu werden, vor allem von fremden Personen. Wenn man kritisiert wird, fühlt man sich schnell klein, schuldig und schwach, unter Umständen sogar erniedrigt. Manche Menschen reagieren auf Kritik ausgereizt oder sogar aggressiv und können nicht gut Kritik vertragen.

Es gibt viele Strategien mit Kritik umzugehen und manchmal nicht einfach Wege, Kritik zu vertragen. Zu den schlechtesten Strategien um mit Kritik also nicht richtig umgehen zu können, gehören:

  • In Tränen ausbrechen.
  • Zum Gegenangriff übergehen.
  • Die Kritik einfach nur über sich ergehen lassen und nichts daraus mitnehmen.

Zudem gibt es auch viele Menschen, die Kritik austeilen, aber nicht einstecken können. Kritisiert zu werden ist in der Regel auch immer eine Chance sich zu verbessern und weiter zu entwickeln. Dabei solltest du folgende Punkte besonders beachten:

  • Wenn du mit Kritik konfrontiert wirst, ist es immer wichtig, ruhig und sachlich zu bleiben. Nur so kannst du dich der Situation kompetent stellen.
  • Nimm es nicht persönlich. Die geäußerte Kritik ist nicht gegen dich persönlich gerichtet, sondern betrifft einen bestimmten Sachverhalt.
  • Versuche, nicht sofort eine Abwehrhaltung einzunehmen und deinen Standpunkt zu rechtfertigen. Besser ist, wenn du ruhig erklärst, warum du so vorgegangen bist, wie du es getan hast und was deine Gedanken dabei waren.
  • Du solltest immer ganz genau zuhören. Das ist nicht nur höflich, sondern auch sinnvoll, um genau zu verstehen, was du nach Ansicht deines Gegenübers falsch gemacht hast.
  • Frage nach, wenn du dein dir nicht sicher bist, ob du deinen Gegenüber richtig verstanden hast. Das zeigt, dass dir das Thema wirklich ernst ist und du es besser machen möchtest.
  • Nimm die Kritik an und mache etwas daraus. Du kannst die Kritik als Ansatzpunkt betrachten, weiterzudenken und eine bessere Lösung für das Problem zu finden. Vielleicht ist sie auch nützlich, um Regeln für die zukünftige Vorgehensweise festzulegen.
  • Sei dankbar für die Anregungen, die du aus der Kritik mitnehmen kannst – und sage das auch. Wenn du etwas nicht verstehen solltest, solltest du Fragen dazu stellen.

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4. Konstruktive Kritik geben

Wie gebe ich konstruktive Kritik?

Kritikfähigkeit ist zweifelsohne eine wichtige soziale Kompetenz nicht nur im Berufsleben. Entscheidend bei der Äußerung von Kritik ist immer, wie sie geübt wird. Falsch angewandte Kritik kann schlimme Folgen haben. Dies sind die wichtigsten Punkte, um richtig gut zu kritisieren:

  • Habe keine Angst vor Kritik. Es gibt keine vernünftige Alternative dazu. Probleme lösen sich nicht dadurch, dass man sie aussitzt und ihnen aus dem Weg geht.
  • Ein sehr wichtiger Punkt beim richtigen Kritisieren ist, den bestmöglichen Zeitpunkt für das Gespräch zu finden und es nicht als Schnellschuss oder zwischen Tür und Angel vor den Augen und Ohren anderer zu führen. Ein Kritikgespräch ist schließlich keine Standpauke und soll den Kritisierten nicht vorführen!
  • Ein guter Kritiker trägt sein Anliegen sachlich vor und kritisiert nicht die Person als Mensch. Es geht schließlich nur um eine Aufgabe, die die Person nicht zufriedenstellend gelöst bzw. ausgeführt hat.
  • Verallgemeinerungen wie „Du machst diesen Fehler jedes Mal.“, sind unsachlich und nicht konstruktiv.
  • Lass dich auf keinen Fall dazu hinreißen, persönlich zu werden und dein Gegenüber zu beleidigen oder laut zu werden.
  • Versuche, dein Gegenüber mit deiner Kritik nicht in die Enge zu treiben. So fällt es ihm leichter, die Kritik anzunehmen.
  • Bemühe dich, den anderen zu verstehen und verpacke deine Kritik möglichst positiv.
  • Überlege dir Beispiele, die du bei deiner Kritik anführen kannst, um darzustellen, was nicht optimal gelaufen ist.
  • Motiviere dein Gegenüber, den Fehler eigenständig zu beheben, stehe aber für Frage zur Verfügung und sei ihm behilflich, wenn du um Hilfe gebeten wirst.
  • Wenn du merkst, dass dein Gegenüber das Problem nicht alleine lösen kann, unterstütze ihn dabei, aber nimm ihm die Aufgabe nicht ab

5. Kritikfähigkeit trainieren

Kann man Kritikfähigkeit trainieren?

Kritikfähigkeit lässt sich trainieren. Sie besteht aus diversen anderen Soft Skills die du wahrscheinlich sowieso bereits beherrscht - die einen gut, die anderen weniger gut. Wenn du diese Soft Skills trainierst, wird sich auch deine Kritikfähigkeit verbessern:

  • Wenn du kritisiert wirst, solltest du immer besonders gut zuhören und deinem Gegenüber für die Meinung danken
  • Zeige Empathie und versuche, die Perspektive des anderen einzunehmen und zu verstehen.
  • Achte auf deine Körpersprache und die deines Gegenübers. Versuche auch auf dieser Ebene möglichst offen für die Kritik zu sein.
  • Sei ehrlich zu dir selbst. Nur so kannst du entscheiden, ob die Kritik gerechtfertigt ist oder nicht.
  • Bitte um Unterstützung. Wenn du kritisiert wirst, sollte dein Kritiker wenigstens eine Idee davon haben, wie man es besser machen kann. Sucht ihr gemeinsam eine Lösung, ist das gut für die Zusammenarbeit und vielleicht entsteht gerade durch den Vergleich eurer unterschiedlichen Positionen die Ideallösung.
  • Auch das ist ein Teil der Kritikfähigkeit: Selbstbewusstsein zeigen und unangebrachte Kritik klarzustellen.

Tipps für den souveränen Umgang mit Kritik

Ob wir Kritik gelassen und sogar dankbar aufnehmen oder ob wir sie als Angriff begreifen, hängt von einigen Faktoren ab, die wir nur zum Teil selbst beeinflussen können:

  • Der Ton macht die Musik: wenn du den Ton deines Kritikers oder die Formulierung der Kritik als aggressiv und verurteilend wahrnimmst, hast du wenig Chancen deinem Kritiker gelassen gegenüber zu treten.
  • Kritik findet immer nicht nur auf der Inhaltsebene statt, sondern auch auf der Beziehungsebene. Daher wird sie schnell verletzend aufgefasst.
  • Kritisiert zu werden wollen wir instinktiv vermeiden, weil wir es häufig mit Erniedrigen oder Kleinmachen gleichsetzen.

Typische Reaktionen auf Kritik sind daher u.a.:

  • sich rechtfertigen
  • verbal zurückschlagen
  • beleidigt sein
  • sich als Versager fühlen
  • Angst vor Konsequenzen haben
  • innerlich erstarren / Kritik umgehen wollen
  • den Kritiker blocken/ignorieren

6. 6 Tipps für den besseren Umgang mit Kritik

Verbessere deine Reaktionen und trainiere deine Soft-Skills. Hier sind ein paar weitere Tipps für den besseren Umgang mit Kritik.

Tipps für den Umgang mit Kritik
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Tipps für den Umgang mit Kritik
  1. Kontrolliere deine erste Reaktion. Wenn es normalerweise deine erste Reaktion ist, dich bei Kritik zu rechtfertigen, atme erst einmal durch, bevor du reagierst. Das beruhigt dich und macht den Kopf wieder klar, denn Stresssymptome werden durch tiefes Atmen wieder verringert.
  2. Frage nach - bei dir und bei deinem Kritiker.Wenn du kritisiert wirst, frage dich zuerst einmal, auf was genau die Kritik sich genau bezieht. Stelle dir außerdem die Frage, ob die Kritik überhaupt gerechtfertigt ist. Deinen Kritiker solltest du immer danach fragen, warum genau er dich kritisiert und wie du es besser machen kannst.
  3. Akzeptiere die Meinung deines Kritikers.Es kann sehr hilfreich sein, die Kritik einfach als Meinung des anderen zu betrachten. Wenn du das schaffst, kannst du dich vermutlich sogar für die Kritik bedanken und sie als nützlich empfinden.
  4. Achte auf deine Gefühle.Was fühlst du, wenn du kritisiert wirst? Angst, Scham oder Trauer entstehen aufgrund von alten Verletzungen und du solltest sie nicht mit Ärger oder Rückzug kompensieren.
  5. Hinterfrage die Motivation.Viele Menschen, die es gut mit dir meinen, möchten dich „verbessern“. Du solltest dir also klarmachen, dass dein Kritiker es unter Umständen einfach nur gut mit dir meint. In solchen Fällen darfst du aber auch darauf aufmerksam machen, dass du die Kritik nur dann hören willst, wenn du darum bittest, denn grundsätzlich kann man durch ein Lob sehr viel mehr lernen.
  6. Mach dir deine Fähigkeiten bewusst.Wir sind das, was wir denken. Wenn du dir deiner Fähigkeiten und Werte nicht bewusst bist, kannst du auch nicht von dir und deinem Handeln überzeugt sein und jede Kritik dir gegenüber wird dich schnell verunsichern.

7. 6 Tipps für den Umgang mit ungerechtfertigter Kritik

Natürlich solltest du Kritik nur annehmen, wenn sie auch zutrifft. Manchmal ist das nicht direkt erkennbar und du brauchst etwas Zeit, um zu erkennen, ob die Kritik angebracht war oder nicht.

  1. Stellst du fest, dass die Kritik unberechtigt ist, solltest du das deinem Kritiker sagen und auch begründen, warum du das so siehst. Allerdings solltest du dich nicht zu Rechtfertigungen oder gar Schuldzuweisungen hinreißen lassen. Das ist nicht produktiv und schadet eurem Verhältnis.
  2. Ungerechtfertigte Kritik solltest du keinesfalls stillschweigend hinnehmen. Dadurch läufst du Gefahr, dass du irgendwann für alle entstandenen Probleme zum Verantwortlichen gemacht wirst. Ungerechtfertigte Kritik musst du klarstellen! Dabei solltest du aber niemanden anschwärzen und vor allem deine Emotionen im Griff haben.
  3. Wenn du mit ungerechtfertigter Kritik konfrontiert wirst, kann es sinnvoll sein, wenn du das Problem nicht mit deinem Kritiker alleine löst. Unter Umständen ist es dann sinnvoll, einen (unbeteiligten) Dritten ins Boot zu holen, der vermitteln kann. Wenn die Kritik eigentlich jemand anderem gilt, kannst du vielleicht sogar denjenigen, der das tatsächlich verursacht hat, zu dem Gespräch dazu holen.
  4. Begründe ausführlich und sachlich, warum die Kritik an deine Person falsch adressiert ist. Höre dir aber auch an, was dein Kritiker dazu zu sagen hat.
  5. Bei ungerechtfertigter Kritik ist es wichtig, diese so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen.
  6. Wichtig ist außerdem, nicht nachtragend zu sein. Jeder macht mal Fehler. Deine Kritikfähigkeit zeichnet auch aus, dass du weiterhin gut mit jemandem zusammenarbeiten kannst, der dich ungerechtfertigt kritisiert hat.

8. Zusammenfassung

Kritikfähigkeit bedeutet, Kritik anzunehmen, die sachlich formuliert und gerechtfertigt ist und selbst sachlich und gerechtfertigt kritisieren zu können. Es ist in nahezu allen Lebenslagen wichtig, aus Fehlern zu lernen, um die eigenen Fähigkeiten verbessern zu können.

Nur wer in der Lage ist, konstruktive Kritik zu akzeptieren und die beanstandeten Punkte zu verbessern, lernt dazu. Kritikfähigkeit ist nicht angeboren, sie muss erlernt und ständig geschult werden.

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