Informationskompetenz Informationskompetenz als Soft Skill

Wie gehst du vor, wenn du dir Informationen beschaffst? Woher weißt du, welche Informationen wirklich relevant für dich sind und welche Informationskanäle du nutzen kannst, um dir die wirklich wichtigen Infos zu besorgen? Das alles ist in unserer heutigen Wissensgesellschaft von großer Bedeutung und es trägt dazu bei, dass Informationskompetenz zu einer wesentlichen Schlüsselqualifikation herangewachsen ist. ALPHAJUMP hat dir am Ende des Artikels einen kleinen Test vorbereitet. Beantworte die Fragen und du wirst erkennen, wie stark deine Informationskompetenz ausgeprägt ist.

Informationskompetenz
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 02.04.2018 | Aktualisiert am: 20.02.2019

Informationskompetenz – „Wissen ist Macht“

In der heutigen Gesellschaft wird man mit Unmengen an Informationen überflutet. Aus diesem Grund ist es wichtig, die richtigen und auch für sich selbst wirklich wichtigen Informationen aus dieser Informationsflut herauszuziehen. Diese Fähigkeit wird als Informationskompetenz bezeichnet.

Gerade beim Lösen eines Problems, ist es wichtig Informationen zu beschaffen. Ob du das kannst, das misst du an deiner Informationskompetenz. Informationskompetenz ist eine Schlüsselkompetenz und unmittelbar an die Analytische Fähigkeiten, die Kognitiven Fähigkeiten, das kreative Problemlösen und das Beurteilungsvermögen gekoppelt.

1. Was ist Informationskompetenz?

Informationskompetenz (englisch: information literacy)

Mit dem Begriff der Informationskompetenz wird die Fähigkeit verstanden mit beliebigen Informationen selbstbestimmt, souverän, verantwortlich und zielgerichtet umzugehen. Dazu gehört die Fähigkeit, die es ermöglicht Informationsbedarf zu erkennen, Informationen zu ermitteln, Informationen zu bewerten und effektiv zu nutzen. Für den Einzelnen gelten daher der ethische und verantwortungsbewusste sowie der ökonomische, effiziente und effektive Umgang mit Informationen als grundlegende Prinzipien. Der Begriff Informationskompetenz stammt ursprünglich aus dem Bibliothekswesen und bezieht sich dort vorwiegend auf Informationsbeschaffungsansätze im universitären Umfeld. Dennoch ist Informationskompetenz unabhängig von Alter, Bildungsstand, Fachrichtung oder Berufsfeld zu verstehen.

Ein erweitertes Begriffsverständnis, das sich auf den Umgang mit Informationen aller Art – also auch Informationen aus dem Internet – bezieht, ist vergleichsweise neu. In unserer heutigen Gesellschaft stellt die Medien- und Informationskompetenz eine Schlüsselqualifikation zur Bewältigung von Problemen dar und zählt zu den Soft Skills.

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2. Informationskompetenz an der Uni

Die Menge an wissenschaftlichen Publikationen wachst stetig an. Daher wird es immer schwieriger für Studierende die relevante Fachliteratur zu erfassen. Ein Grund, der dazu beiträgt ist, dass auch die Portale und Recherchewerkzeuge mit der Informationsexplosion wachsen. Dadurch wird es zunehmend unüberschaubarer, welche Portale und Werkzeuge man nutzen kann.

Besonders deutsche Bibliotheken und Informationseinrichtungen streben danach, Ihre Nutzer informationskompetenter zu machen, damit sie ihre Informationssammlung zielgerichteter ausschöpfen können. Man kann dort Informationskompetenz in unterschiedlichen Lernszenarien, an verschiedenen Lernorten und in Digitalen Medien erlernen. Die inhaltlichen Schwerpunkte solcher Lernveranstaltungen zur Informationskompetenz beinhalten Module zur Bibliotheksbenutzung, Suchstrategien und Suchtechniken, Internetrecherche, Informationsverarbeitung und Informationsverwaltung, zum elektronischen Publizieren und viele andere.

Aufgrund des Bologna- Prozesses wird Informationskompetenz für einen erfolgreichen Abschluss des Studiums oder für eine erfolgreiche Vorbereitung auf das berufliche Leben als essentiell angenommen. Die Bibliothekarinnen und Bibliothekaren an den Universitäten haben es sich als zentrale Aufgabe gemacht, die Entwicklung von Informationskompetenz zu fördern. An vielen Universitäten werden daher auch schon zu Studienbeginn Kurse angeboten, in denen Studenten Informationskompetenz erlernen können. Besonders in den Geisteswissenschaftlichen und Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Studienfächern sind solche Kurse sehr verbreitet. Sie werden zum Teil auch in den Studienverlaufsplan integriert, wodurch sie mit Credit Points ausgezeichnet sind.

Mittlerweile haben sich schon in ganz Deutschland Vereine zur Förderung der Informationskompetenz gebildet, wie der deutsche Bibliotheksverband e.V., der Verein deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare und viele andere.

Diese Literaturbeispiele liefern dir, bei Interesse, mehr Informationen rund um das Thema Förderung von Informationskompetenz, Modellierung und Messung von Informationskompetenz und Informationskompetenz bei Schülern oder Studierenden:

Ordnungsregal - Informationsmanagement
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Ordnungsregal - Informationsmanagement

3. Theoretische Modelle zur Informationskompetenz

3.1 The Big 6 - Information & Technology Skills for Students

Dieses Modell wurde von Mike Eisenberg und Bob Berkowitz entwickelt. Es besteht aus 6 aufeinanderfolgenden Schritten, die den Informationsprozess und die erforderlichen Fähigkeiten aus der Sicht des Benutzers beschreiben. Jedem Schritt sind 2 Handlungsanweisungen vorgeschrieben, die genutzt und vermittelt werden können.

  1. Schritt: task definition (Ermittlung Informationsbedarf)
    1. define the problem
    2. identifiy the information needed
  2. Schritt: information seeking strategies (Ermittlung geeigneter Quellen und Suchstrategien)
    1. determine all possible sources
    2. select the best resource
  3. Schritt: location and access (Handhabung verschiedener Informationssysteme)
    1. locate sources
    2. find information within sources
  4. Schritt: use of information (Auswahl und Integration von Informationen)
    1. engage (hear, read, view...)
    2. extract relevant information
  5. Schritt: synthesis (Weiterverwertung von Informationen)
    1. organize the information from multiple sources
    2. present information
  6. Schritt: evaluation (Bewertung von Informationen)
    1. judge the result
    2. judge the process

Laut deren Homepage funktioniert dieses Modell in allen Bereichen, ob im Klassenzimmer, bei der Arbeit oder zuhause. Ziel dieses Modells ist es, die Lehrveranstaltungen in Informationskompetenz besser zu gestalten und zu strukturieren.

3.2 DYMIK- Das Dynamische Modell der Informationskompetenz

Dieses Modell wurde an der Universität in Heidelberg entwickelt und wird zur Vermittlung von Informationskompetenz in Bibliotheken genutzt.

Zu den Hauptcharakteristika des DYMIK Modells zählen:

  • subjekt-/handlungsbasierte Perspektive
  • 5-Phasen-Struktur des Informationsprozesses
  • dynamische Sichtweise des Informationsprozesses
Informationskompetenz DYMIK
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Informationskompetenz DYMIK

Auch in diesem Modell werden die Emotionen des Benutzers berücksichtigt.

3.3 ISP – Information Search Process

Das von Carol Kuhlthau ins Leben gerufene Modell ISP ist eines der meist zitierten Modelle im Kontext von Informationskompetenz. Es ist ein 6-Stufiges Modell, das den Informationsprozess aus der Sicht des Nutzers darstellt.

ISP Stufen:

  1. Die erste Stufe lautet „Initiation“ und umfasst das Erkennen des Informationsbedarfs. Hinsichtlich der Gefühle überwiegen hier Ängstlichkeit und Unsicherheit.

  2. In der zweiten Stufe, der „Selection“ soll eine Konkretisierung der Fragestellung erfolgen. Gefühle der Unsicherheit wandeln sich in Optimismus um, da ein Thema identifiziert und ein Anfang gemacht wurde.

  3. Die dritte Stufe beinhaltet die Recherche und wird als „Exploration“ bezeichnet. Der Nutzer setzt sich mit dem Themenkomplex genauer auseinander, wodurch Gefühle wie Verwirrung und Unsicherheit wiederauftauchen.

  4. „Formulation“, die vierte Stufe in diesem Modell besagt, dass das Thema konkret formuliert werden soll. Dadurch wird das Thema fokussiert und Zuversicht entsteht wieder.

  5. Die fünfte Stufe umfasst die Recherche zur konkreten Thematik und wird „Gathering“ genannt. Das Gefühl der Zuversicht tritt in dieser Stufe verstärkt auf.

  6. „Presentation“ ist die sechste und somit letzte Stufe des Modells, indem die Ergebnisse präsentiert werden. Die Informationen wurden beschafft und können nun präsentiert werden, wodurch ein Gefühl der Erleichterung auftritt.

In diesem Modell ist es nicht relevant, dass die einzelnen Phasen der Informationsermittlung linear ablaufen, sondern dass Informationsbedarf ermittelt wird. Das Modell berücksichtigt hauptsächlich emotionale Faktoren des Nutzers und seine Motivation. Diese können das Handeln und den Ablauf des Informationsprozesses bestimmen.

3.4 Verschiedene Standards der Informationskompetenz

Dieses Modell stammt aus den USA und ist eine Übersetzung der amerikanischen Standards, die die Association of College and Research Libraries aufgestellt haben. Diese im Englischen sogenannten Information Literacy Competency Standards for Higher Education wurden übersetzt und in das deutsche Verständnis von Informationskompetenz integriert. In der Version des Dt. Bibliotheksverbandes/dbv von 2009 werden 5 Standards aufgeführt.

Was ist Informationskompetenz?
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Was ist Informationskompetenz?

Standards der Informationskompetenz für Studierende:

  • 1. Standard: Die informationskompetenten Studierenden erkennen und formulieren ihren Informationsbedarf und bestimmen Art und Umfang der benötigten Informationen.

  • 2. Standard: Die informationskompetenten Studierenden verschaffen sich effizient Zugang zu den benötigten Informationen.

  • 3. Standard: Die informationskompetenten Studierenden bewerten die gefundenen Informationen und Quellen und wählen sie für ihren Bedarf aus.

  • 4. Standard: Die informationskompetenten Studierenden verarbeiten die gewonnenen Erkenntnisse effektiv und vermitteln sie angepasst an die jeweilige Zielgruppe und mit geeigneten technischen Mitteln.

  • 5. Standard: Die informationskompetenten Studierenden sind sich ihrer Verantwortung bei der Informationsnutzung und -weitergabe bewusst.

Diese Standards der Informationskompetenz für Studierende wurden als Konsens zwischen den Bediensteten der Bibliotheken und der Hochschule aufgestellt, um die Zusammenarbeit zwischen den Instanzen nachhaltig sinnvoll zu gestalten. Diese Standards legen fest, was unter Informationskompetenz im Studium verstanden werden soll und an welchen Eigenschaften man sie messen kann.

4. Zyklus Informationskompetenz

Im Großen und Ganzen verläuft der Informationszyklus wie folgt: Der Informationszyklus fängt mit der Ermittlung des Informationsbedarfs an und geht über zu der Auswahl der Informationsquellen. Daraufhin kann die Recherche mit den Informationsquellen und Suchbegriffen starten. Nun sollten die Rechercheergebnisse bewertet werden. Sollten die Ergebnisse unzureichend sein, so kann die Suche entsprechend angepasst werden. Abschließend sollten die Rechercheergebnisse richtig verwendet und präsentiert werden.

Weitere Kompetenzen, die mit Informationskompetenz in Verbindung gebracht werden sind:

  • Bibliothekskompetenz
  • Internetkompetenz
  • Digitalkompetenz
  • Lese- und Schreibkompetenz
  • Kommunikationskompetenz

5. Suchtypen

Es haben sich einige Suchtypen der Informationsbeschaffung herauskristallisiert. Es wird zwischen Fast Surfer, Broad Scanner und Deep Driver unterschieden:

Informationssuchtypen:

  • Der Fast Surfer recherchiert schnell und dementsprechend sehr oberflächlich. Er zielt auf ein möglichst schnelles Ende der Informationssuche ab, dabei kann es zu einigen Schwierigkeiten bei der Bewertung der Relevanz der Informationen kommen. Hauptmerkmale dieser Suchtypen sind Nervosität, Konservativität und Sorglosigkeit.
  • Der Broad Scanner ist bei seiner Recherche schon etwas gründlicher und breiter. Sein Ziel ist es Denkanregungen aus den verschiedensten Dokumenten verschiedenster Quellen zu bekommen. Des Weiteren fällt ihm der Umgang mit Informationen viel leichter als dem Fast Surfer und er erkennt, welche Informationen wirklich relevant für ihn sind. Extraversion, Wettbewerbsfähigkeit, Offenheit für neue Erfahrungen, Konservativität und Sorglosigkeit zählen zu seinen Merkmalen.
  • Das Rechercheverhalten des Deep Drivers ist sehr tief und sehr umfangreich mit dem Ziel sich umfassend und gründlich zu informieren und Erkenntnis zu gewinnen. Für ihn kommen daher nur qualitativ hochwertige Informationen in Frage. Er ist durch ein hohes inhaltliches Interesse charakterisiert, um Zusammenhänge verstehen zu können.

6. Test – Wie ausgeprägt ist deine Informationskompetenz?

Ist man sich erst einmal Bewusst, wie wichtig diese Kompetenz ist, dann will man auch wissen, wie ausgeprägt die eigene Informationskompetenz ist. Aus diesem Grund haben wir einen kleinen Test für dich vorbreitet, indem du herausfinden kannst, wie gut du mit Informationen umgehen kannst. Trau dich und teste es einfach aus!

Informationen sind wichtig um Probleme zu lösen. Aber wie kommst du zu entscheidenden Informationen? Und wir meinen die richtigen und wichtigen Informationen! Es ist nicht immer einfach die richtigen Informationen mit überschaubaren Ressourcen zu erhalten. Insbesondere im Studium. Versuche dir gezielt bewusst zu machen, wie du vorgehst, wenn Du Informationen suchst. Beantworte dazu einfach die folgenden Fragen und du kannst einschätzen, wie ausgeprägt deine Informationskompetenz ist.

Fragen Informationskompetenz:

  1. Wie viele Informationsquellen nutzt du üblicherweise?
  2. Welche Informationsquellen nutzt du am Häufigsten?
    • Nutzt du am Häufigsten globale Informationsquellen, wie Google?
    • Oder nutzt du auch spezifische Quellen aus deinem Fachbereich?
  3. Wie checkst du die Vertrauenswürdigkeit deiner Informationsquellen?
  4. Wie gestaltest du deine Suche nach Informationen?
    • Gehst du intuitiv und spontan oder eher strategisch und geplant bei deiner Suche vor
  5. Nutzt du bestimmte Suchtechniken?

Denk immer daran: „Wissen ist Macht“. Also nutze diese Kompetenz für deinen Erfolg!

Zum Abschluss noch ein Tipp für deine Jobsuche: Auf ALPHAJUMP kannst du dein kostenloses Job-Match erstellen und herausfinden, wie gut deine Kompetenzen zu deinem Traumjob matchen. Hier kannst Du dich kostenfrei registrieren und ganz bequem Jobanfragen von interessanten Arbeitgebern erhalten.

Quellen:

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