Bürohunde: Voraussetzungen und Vorteile für Arbeitgeber Vorteile, rechtliche Grundlage und Voraussetzungen für Bürohunde aus der Sicht des Arbeitgebers

Noch vor ein paar Jahren waren Hunde im Büro eine Ausnahme, heute sieht es anders aus und immer mehr Unternehmen öffnen auch den Vierbeinern die Türen zum Büro. Wie soll man damit umgehen wenn die Mitarbeiter zu einem kommen und die Erlaubnis für einen Bürohund haben wollen? Welche Vorteile kann diese Entscheidung mit sich bringen? Gibt es überhaupt Vorteile? In diesem Artikel zeigen wir dir welchen Wert Bürohunde heutzutage haben und was du als Arbeitgeber davon hast.

Bürohunde
Verfasst von: Redaktion | Artikel vom: 02.05.2019 | Aktualisiert am: 11.10.2019

„Gib Pfötchen!“

Es gibt Menschen, die gerne ihren Hund zur Arbeit bringen würden, so steigt die Nachfrage eines Bürohundes von Jahr zu Jahr immer mehr. Nicht nur in amerikanische Groß Konzerne wie Google oder Amazon ist dies der Fall, auch deutsche Unternehmen kommen den Wunsch seinen „Kollegen Hund“ im Büro bei sich zu haben, nach und erlauben Hunde am Arbeitsplatz. Vor allem junge Startup Unternehmen zählen immer häufiger, Hunde zum Arbeitsteam dazu.

1. Bürohund

2014 wurde im Auftrag von Xing eine Befragung von Statista, dem größten Online-Umfrage Portal, rund ums Thema Bürohund durchgeführt.

Bürohund wird von einem Mitarbeiter auf der Arbeit gestreichelt
zoom_in
Gemeinsam am Arbeitsplatz: Der Bürohund und das Team

Das Ergebnis vor vier Jahren war schon sehr eindeutig, 53% der befragten Arbeitgeber hatten keine Einwände für einen Haustier am Arbeitsplatz. Diese Zahl könnte in den letzten Jahren gestiegen sein.

Doch was oder wer genau ist eigentlich ein Bürohund? Der Bürohund ist nicht ein Hund der extra fürs Büro angeschafft wird, hierbei handelt es sich um den eigenen Hund, der sein Herrchen oder Frauchen zur Arbeit begleitet. Herrchen oder Frauchen kann man selber als Arbeitgeber sein oder die Mitarbeiter.

Wir von ALPHAJUMP zeigen dir welche Vorteile so ein Vierbeiner im Büro haben kann und worauf du achten musst, bevor „Kollege Hund“ ins Büro einmarschiert.

2. Vorteile für Unternehmen

Wenn du dich gefragt hast, ob du als Arbeitgeber Vorteile von einem Bürohund hast, dann können wir dir diese Frage mit: „Ja“beantworten. Es gibt gute Gründe für Bürohunde, denn diese bringen tatsächlich Vorteile ins Unternehmen. Wir listen dir ein paar dieser Gründe auf.

Weniger Stress

Im Jahr 2012 hat Prof. Randolph Barker von der US-Amerikanischen Universität „Virginia Commonwealth University“ wissenschaftlich nachgewiesen, dass durch Hunde im Büro der Stresslevel deutlich gesenkt wird.

„Die Personen, die ihren Hund mit zur Arbeit brachten, deren Stress war geringer am Anfang des Tages und blieb so den gesamten Tag. 50% der Personen, die ihren Hund mit in das Büro brachten, fühlten, dass dadurch ihre Produktivität anstieg“

Das Hormon Oxytocin ist der Grund dafür. Dieser wird auch „Bindungs- oder Kuschelhormon“ genannt. Es gibt diverse Studien zu diesem Thema, dabei kam raus, dass Menschen Oxytocin ausschütten, wenn sie Hunde streicheln. Das hat zum positiven Effekt, dass der Stresspegel gesenkt wird, die Produktion der Stresshormone Cortisol wird reduziert. Außerdem wirkt es angstmindernd. Weniger Stress heißt auch, weniger Risiken für ein Burnout. In Deutschland gibt es sogar einen Bundesverband Bürohund dessen Slogan lautet: „Dog-in statt Burn-out“.

Gesundheit und weniger Fehlzeiten

Dank der Reduzierung von Burnout, andere stressbedingte und psychische Erkrankungen werden die Fehlzeiten auch geringer, dadurch spart das Unternehmen bares Geld. Wenn wir weiter die Gesundheitlichen Aspekte anschauen dann sorgt der Hund für Bewegung, dies kann hohen Blutdruck senken, außerdem wird die Integration der Mitarbeiter, wenn in der Mittagspause alle einen gemeinsamen Spaziergang unternehmen, gefordert.

Kontakt Knüpfung und Team Building

Die Gesprächsthemen wachsen um „einen Hund“, Kontakte werden neu geknüpft und so finden Kollegen zueinander. Der Vorsitzende des Bundesverbands Bürohund Markus Beyer sagt: „Der Hund ist ein Gruppenwesen und braucht Menschen oder Artgenossen für sein seelisches Gleichgewicht. Er wird deshalb versuchen, andere Menschen, auch welche, die nicht von ihm überzeugt sind, zu integrieren“. Die Atmosphäre im Team wird deutlich besser.

Loyalität

Die Loyalität gegenüber dem Unternehmen wächst und auch zu dir als Arbeitgeber, der es erlaubt hat den Treuen Begleiter mit zur Arbeit zunehmen. Hunde im Büro sorgen für gute Stimmung und gute Laune.

Attraktivität

Dein Unternehmen wirkt auf andere viel Attraktiver, wenn du Hunde im Büro erlaubst. Immer mehr Bewerber und Arbeitnehmer legen Wert darauf ein Unternehmen zu finden, das Bürohunden die Türen öffnet. Deine positive Einstellung gegenüber Bürohunden zeigt, dass du ein moderner Arbeitgeber und aufgeschlossen für neue und flexiblen Arbeitsideen bist.

Hunde können dir auch helfen dein Unternehmen in Szene zu setzten. Durch Social Media Beiträge kannst du nicht nur potenzielle neue Mitarbeiter gewinnen, sondern auch Kunden und Partner.

Unterstützung
Ein Bürohund mit Lesebrille schaut aufmerksam ins Bild
zoom_in
Bürohund der geheime Star

Der Bundesverband Bürohund e. V. organisiert jährlich den „Nimm-deinen-Hund-mit-zur-Arbeit-Tag“ oder wie sie ihn nennen: der internationale Bürohundetag. Der deutsche Tierschutzbund organisiert mit Hilfe der Tierschutzvereine und der Futtermarke Pedigree, den Aktionstag „Kollege Hund“.

An solchen Tagen hast du die Möglichkeit die Türen in deinem Büro für Hunde zu öffnen und zu schauen ob es längerfristig mit den Bürohunden klappen könnte.

Wenn man sich dafür entscheidet ein hundefreundliches Büro zu sein, dann kann man auch mit Unterstützung von außerhalb rechnen. Die Futtermarke Purina gibt dir ein kostenloses Starter Paket wenn du ihnen von deinen Bürohunden erzählst und der Pets at Work Allianz betrittst. Dort bekommst du auch alle wichtigen Informationen um dein Büro Hundefreundlich einzurichten.

3. Rechtliche Grundlage

Einen gesetzlichen Anspruch den Hund zur Arbeit mitzunehmen gibt es nicht. Die Entscheidung einen Bürohund zu erlauben liegt immer bei dir, den Arbeitgeber. Aus Hygienischen Gründen gibt es Arbeitsplätze wie in Krankenhäuser, an denen es klar ist, dass ein Bürohund nicht erlaubt werden kann.

Mitarbeiter und Angestellte dürfen also niemals ohne deine Erlaubnis einen Hund mitbringen. Als Arbeitgeber solltest du darauf achten, dass du nicht willkürlich einen Angestellten deine Erlaubnis erteilst und einen anderen nicht. Das Verhalten der Hunde und die Umstände im Büro erlauben dir aber natürlich auch einen Hund zu verbieten. Du bist schließlich für die Ordnung im Büro zuständig. Eine erteilte Erlaubnis kann durchaus wieder zurückgenommen werden, wenn der Hund sein Verhalten ändert und zum Beispiel Kollegen anknurrt, jemand allergisch reagiert oder Angst vor Hunden bekommt.

Für den Hund haftet immer der Hundehalter. Bei Hunden gibt es aber noch eine weitere Besonderheit, bei Schäden des Tieres muss der Tierhalter haften, auch wenn den Hund keine Schuld trifft. Haftungsgrundlage ist die sog. Tiergefahr, wenn zum Beispiel der Hund im Flur schläft und ein Kollege stolpert und sich was bricht, so muss der Hundehalter haften, außer die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt den Schaden. Wenn jemand aber den Hund absichtlich provoziert und dieser daraufhin zubeißt, wird die Haftung wahrscheinlich begrenzt.

Wenn Hunde im Unternehmen erlaubt werden, dann raten wir dir darauf zu bestehen, dass der Hundehalter eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abschließt. Der Hund könnte Kabeln oder das Mobiliar anknabbern, einen Kollegen beißen oder andere Schäden im Unternehmen verursachen.

4. Voraussetzungen

Bestimmte Voraussetzungen muss der Hund mitbringen wie Impfungen, Nachweis vom Tierarzt und/oder Hundeschule, Entwurmung, etc., um Teil des Teams zu werden. Nicht jeder Hund ist Büro tauglich, lautes Bellen oder aggressives Verhalten sind Gründe um die Erlaubnis nicht zu erteilen. Wenn ein Mitarbeiter mit der Bitte kommt seinen Hund ins Büro mitbringen zu dürfen, dann unterhalte dich mit ihm, frage nach wie das Verhalten des Hundes ist und wenn es passt kannst du auch einen Schnuppertag vorschlagen.

Bürohund mit Lesebrille schaut mit (Hundeblick) nach oben
zoom_in
Es klappt vielleicht nicht immer

Die Kollegen im Büro sollten unbedingt informiert werden und einverstanden sein. Außerdem wäre es gut, wenn du als Arbeitgeber dir regelmäßig Rückmeldungen vom Hundehalter und den anderen Angestellten einholst um zu wissen ob alles gut funktioniert oder ob etwas verbessert werden sollte. Vergewissere dich, ob alle die neue Situation für eine gute Idee halten.

Ein weiterer Punkt der beachtet werden sollte sind die Räumlichkeiten. Ist das Büro dafür geeignet einen Hund zu beherbergen? Der Hund braucht einen Platz an dem es sich zurückziehen kann. Meistens ist es ein Körbchen in der Nähe vom Schreibtisch des Besitzers. Diesen Rückzugsort müssen dann auch die anderen Kollegen respektieren und dürfen den Hund dort nicht stören.

Wo darf sich der Hund aufhalten? Du kannst Regeln aufstellen und entscheiden wo sich die Hunde aufhalten dürfen und wo nicht. Auch die Zeiten und die Tage an denen die Hunde kommen dürfen legst du im Gespräch mit dem Besitzer fest. Wenn es mehrere Hunde werden sollten könnte man auch über ein Hundebüro nachdenken. Hier halten sich alle Mitarbeiter auf, die einen Hund mitbringen dürfen. Vorausgesetzt die Hunde verstehen sich untereinander auch gut.

5. Fazit

Die Anwesenheit eines Hundes kann vieles im Büro verändern, es wird wahrscheinlich einen positiven Einfluss auf deine Mitarbeiter haben und die Produktivität des Unternehmens könnte gesteigert werden. Doch bevor Bürohunde erlaubt werden, solltest du dir Gedanken machen, ob das Konzept zu deinem Unternehmen und euch passt. Vielleicht wird demnächst ein Hund ein Teil eures Teams sein.

Schwarz/Weiß gefärbte Französische Bulldogge liegt auf dem Teppich
zoom_in
ALPHAJUMPs Bürohund: Ellie

Off Topic:

Wir von ALPHAJUMP können auch ein Liedchen davon singen. Seit über einem Jahr gehört Ellie zum festen Bestandteil unseres Teams.

Ellie ist eine Französische Bulldogge und versüßt unseren Büroalltag.

Wir können daher auch aus eigener Erfahrung, den positiven Vorteilen eines Bürohundes nichts entgegen bringen.

Quellen:

War dieser Artikel hilfreich?

Dein Feedback hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern. Nimm dir bitte eine Sekunde Zeit und gib uns hiermit eine Rückmeldung, ob dir der Beitrag gefallen hat!

Vielen Dank für dein Feedback!

Beliebteste Artikel

Interessante Artikel die Dich interessieren können


Flexible Arbeitszeiten

Flexible Arbeitszeiten – Vorteile und Nachteile.

Generation Z

Generation Z und was das für Arbeitgeber bedeutet.

Facebook Recruiting

Ein Helferlein für Recruiter: Facebook

Social Media Recruiting

Tipps und Tricks für ein erfolgreiches Social Media Recruiting.

Recruiting Video

Ratgeber für ein geniales Recruiting Video.

Onboarding

Definition, Phasen und Ziele des Onboardings.

Finde heraus, wie über 350 Arbeitgeber Top-Talente mit ALPHAJUMP finden.

ALPHAJUMP übernimmt für Dich die aktive Suche nach qualifizierten Kandidaten und bringt dein Jobangebot ins Gespräch. Nimm Kontakt mit uns auf und lass uns miteinander ganz einfach und unverbindlich sprechen.

...oder ruf uns ganz einfach direkt an!
0261 / 8854-253
arrow_drop_down
Inhaltsverzeichnis
Wir verwenden Cookies, um dir alle Funktionen ermöglichen zu können. Durch die Nutzung der Seite stimmst du unserer Cookie-Richtlinie zu.